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Strahlende Gesichter trotz Dauerregen und Schneefall

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Es sollte ein harter Kampf werden. Der Blick aus dem Fenster der Pension in Bad Goisern verheißt nichts Gutes, im Gegenteil, er bekräftigt die vorangegangenen Vorhersagen. Kampf ist angesagt. Salzkammergut Trophy – Bad Goisern. Ein Kampf gegen Detlef, meinen inneren Schweinhund. Ein Kampf gegen die Natur, gegen die Elemente, als da erwähnenswert wären: Wasser, Wasser, Wasser für die Dauer von „Immer“ und mitunter auch Kälte. Jene Elemente waren gar derart dreist im Vordergrund, dass man mitunter den eigentlichen Gegner vor sich vergaß und nur mit Detlef und dem Wasser beschäftigt war.

500 Startern um 5 (!) Uhr morgens (fünf Uhr – so genannte Herrgottsfrühe) erging es wohl ähnlich, wenngleich ich als Pressesprecher zu dieser unchristlichen Zeit nicht zugegen war, so ist es doch überliefert, dass sich jene unbeirrbaren Biker/Innen um 5 (!) Uhr morgens auf den Weg machten um sage und schreibe mehr als 7000 (i.W. siebentausend) Höhenmeter zu bezwingen. Mein Detlef ist harmlos dagegen.

Es begab sich also dann um 9h, als die B Gruppe sich auf die 100km Distanz machte und zwei Stunden später als die rund 700 C-Starter sich den Fluten entgegenstemmten, das Detlef verloren hatten. Rund 3000 Seelen zeigten sich unbeeindruckt von Wettervorhersage, von den Bindfäden, die Petrus herab sandte und von dem tosenden Rauschen der unzähligen und mitunter überbordenden Bachläufe entlang der Streckenführung der legendären Trophy. Biken bei Regen – positiv formuliert.

Schon nach dem Warm Up auf Asphalt und dem ersten zaghaften Downhill war klar: wer schlechte Bremsen hat verliert. Meine Rennstrategie, ein leichtes Hardtail mit V-Brakes, war also eine Loser-Strategie. Die Avid V-Brakes verlangten extreme Handkräfte und quittierten selbst konsequenten Dauerdruck mit einer undefinierten aber dafür penetrant schwachen Bremsleistung.

Die Streckenführung anspruchsvoll, kernig, teilweise extrem schlammig und manch ein Wildwasserkanute hätte seine helle Freude gehabt – meine 700 Weg- (oder besser Wasser-) gefährten mussten teilweise wadentief durch den Strom waten, oder zumindest knöcheltief den Morast überwinden. Abfahrten auf Wiesenhängen wurden zu einer Rutschpartie und so mancher Plattfuß musste am Wegesrand mit klammen Händen schnellstmöglich behoben werden. Mit anderen Worten: es war ein Kampf.

Die Elemente ließen sich nicht so leicht bezwingen wie Detlef. Der Schneefall erhielt In Gosau Einzug, sodass die Rennleitung sich gezwungen sah, den Rennverlauf noch während des schon laufenden Rennens der A und B Runde zu verkürzen.
Als Sieger ging bei den Herren A Lukas Kubis (D) vor Ursi Huber (SUI) und Radoslav Sibl (CZ) ins Ziel. Bei den Damen siegte Gisela Makowski (D) vor Bettina Dietzen (D). Bei den Herren B errang Thomas Zandt (SUI) vor Matthias Leising (D) und Björn Papstein (D) den Sieg. Bei der Wertung der Klasse C erkämpfte sich Manuel Pliem (AUT). Den 1. Platz der Strecke D: Nientiedt Daniel (GER), bei der Strecke E war Havard Taugbol (NOR) erfolgreich.

Obwohl streng genommen: es gab keine Verlierer, sondern nur Helden und Gewinner. Alle Starterinnen und Starter, die in den Morgenstunden des 18.07.2009 in Bad Goisern sowohl dem inneren Schweinehund als auch den Elementen entgegentraten, kamen freudestrahlend, manche etwas durchgefroren und klamm, über die Ziellinie um sich letztlich – und das zu Recht – feiern zu lassen. Chapeau, meine lieben Bikerinnen und Biker !

Text: Udo Kewitsch